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Sprachgen FOXP2

Nicht nur die sogenannte Grüne Gentechnik sorgt derzeit für Schlagzeilen im wissenschaftlichen Bereich. Im Rahmen einer aktuell durchgeführten Studie am Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig fanden Wissenschaftler heraus, dass die menschliche Variante eines kürzlich bei Ratten isolierten Gens, bestimmte Lernvorgänge massiv beschleunigt.

Das Gen zum Sprachen Lernen

Das Gen mit dem klingenden Namen „FOXP2“, ist den Forschern schon länger bekannt. Als Forkhead-Box-Protein P2 wird eine bestimmte Transkriptionseinheit auf der DNA bezeichnet, die erstmals im Jahre 1998 im Rahmen einer Untersuchung an einer Londoner Familie, bei der zahlreiche Angehörige unter gravierenden Sprachstörungen litten, entdeckt wurde. Mittlerweile konnte erwiesen werden, dass FOXP2 beim Sprachen Lernen eine wesentliche Rolle spielt.

Intelligente Mäuse

Bei der aktuellen Versuchsreihe wurden Mäusen die menschliche Variante des Gens eingepflanzt und die modifizierten Mäuse durch ein Labyrinth geschickt. Nicht gentechnisch veränderte Mäuse benötigten durchschnittliche zwölf Tage Training, bis sie sich mit Hilfe bestimmter Schlüsselreize zuverlässig in diesem orientieren konnten. Ihre mit dem menschlichen Sprachgen modifizierten Artgenossen bewältigten die selbe Aufgabe im Durchschnitt bereits nach acht Tagen.

Diese signifikante Steigerung verblüffte sogar die Forscher. Sie nehmen an, dass das besagte Gen in der Vergangenheit maßgeblich dazu beigetragen hatte, dass sich unsere Vorfahren die komplexen Muskelbewegungen aneignen konnten, die für das Sprechen benötigt werden.

Auswirkung auf die Sprache

In früheren Testreihen konnte bereits erwiesen werden, dass die veränderten Mäuse höhere Rufe ausstoßen konnten als ihre Artgenossen. Desweiteren unterschieden sie sich auch in der Vernetzung der Basalganglien. Als Basalganglien bezeichnet man im Allgemeinen mehrere Teile des Großhirns, die maßgeblich für die Bewegungskontrolle und für das motorische Lernen zuständig sind.

Unsere Vorfahren

Das Gen ist bei den meisten Wirbeltieren in ähnlicher Form zu finden und steuert Hirnregionen, die beim Erlernen bestimmter Bewegungsabläufe (zum Beispiel beim Sprechen) aktiv sind. Bei einem Vergleich des menschlichen Gens mit der Schimpansen-Version konnten nur geringfügige Unterschiede festgestellt werden. Bemerkenswert ist aber, dass es identisch mit dem der Neandertaler ist. Aus dieser Erkenntnis lässt sich rückschließen, dass die heutige Version des menschlichen Gens vor rund 500 000 Jahren entstanden sein musste – also bevor sich die gemeinsame Linie des Neandertalers und der des Homo sapiens getrennt hatten.

Ein Blick in die Zukunft

Nicht nur genmanipulierte Nahrungsmittel sind derzeit stark umstritten und immer wieder einer beliebtes Thema bei grundlegenden medizinischen und ethischen Debatten. Auch das Thema Designerbaby gewinnt angesichts des rasanten Fortschritts in der Forschung zunehmend an Bedeutung. Wer weiß, vielleicht kann man mit Hilfe dieses Gens in Zukunft bereits pränatal bestimmen, wie Sprachbegabt der eigene Sprössling später sein soll.

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