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Die Kunst des Lernens - Konzentration Im dritten Teil der Artikelserie haben wir uns mit der Gestaltung des optimalen Lernumfeldes beschäftigt. Es gab nützliche Anregungen, worauf besonders geachtet werden muss und was auf jeden Fall vermieden werden sollte.
Heute werden wir uns dem schwierigen Thema der Konzentration widmen. Was ist Konzentration, mit welchen Methoden kann sie gesteigert werden und wie werden diese richtig umgesetzt? Eine Übersicht aller Kapitel findest du hier.

Was bedeutet Konzentration

Aufmerksamkeit fokussierenKonzentration leitet sich von dem lateinischen Wort concentra ab und bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie „zusammen zum Mittelpunkt“.  Im psychologischen Kontext ist Konzentration die willentliche Fokussierung der Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Tätigkeit, zum Beispiel das Lösen einer gestellten Aufgabe.

Anders als viele vermuten, ist die Fähigkeit zur Konzentration nicht von Geburt an vorhanden, sondern unterliegt ebenfalls einem Entwicklungsprozess. Sich konzentrieren zu können muss erlernt werden. Dies kann beim Spielen im Kindergarten oder in der Schule geschehen. Während ein sechsjähriges Kind durchschnittlich nur über einen Zeitraum von 15 Minuten hinweg konzentriert arbeiten kann, gelingt dies einem 14 jährigen etwa doppelt so lange.

Leider steigt die Konzentrationsspanne im Laufe des Alters nicht linear an. Die meisten Menschen haben nach etwa 45 Minuten Schwierigkeiten die anfängliche Konzentration zu halten.

Gründe für Konzentrationsschwierigkeiten

Es gibt viele Einflussfaktoren auf die Konzentration, die auch untereinander in Wechselwirkung stehen. Einige der häufigsten Ursachen sind zum Beispiel:

  • Müdigkeit (Schlafrhythmus…)
  • Mangelndes Interesse
  • Ablenkungen (Computer, Telefon…)
  • intensive Emotionen (Stress, Liebe, Trauer, Frustration…)
  • Schlechte Ernährung (Diät, Vitaminmangel…)
  • Bewegungsmangel
  • Medikamente
  • Drogen (Alkohol, Kaffe, Nikotin…)

Neben diesen temporären Faktoren können aber auch chronische Krankheiten die Konzentrationsfähigkeit ausschlaggebend beeinflussen. Beispiele währen:

  • Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion)
  • Heuschnupfen
  • Niereninsuffizienz
  • Hypotonie (Niedriger Blutdruck)

Schlaf dich aus

Schlafmangel und die damit verbundene Müdigkeit ist der Konzentrationskiller Nummer 1. Sowohl Körper, als auch Geist können nur im ausgeruhten Zustand die volle Leistung erbringen. Müdigkeit kann zwar unter Umständen die Kreativität steigern, die Aufnahmefähigkeit nimmt aber definitiv signifikant ab und auch die Fehlerquote steigt erheblich an.

Befreie dich von Emotionen

neutrale EmotionenDer emotionale Zustand wirkt sich entscheidend auf die Konzentrationsfähigkeit aus. Grundätzlich kann man sagen, dass in einem positiven emotionalen Zustand die Konzentration höher ist, als bei einer negativen Grundstimmung. Ganz so einfach ist das aber auch nicht, da sich auch zu intensive positive Gefühle negativ auf die Konzentration auswirken können. Eine neutrale Gemütsstimmung ist definitiv am Besten. Natürlich lassen sich die meisten Emotionen nur sehr schwer oder gar nicht aktiv kontrollieren. Du kannst aber trotzdem versuchen nicht daran zu denken.

Sorge für Motivation

Logischerweise beschäftigt man sich lieber mit interessanten Dingen als uninteressanten. Daher ist auch die Konzentration vom eigenen Interesse abhängig. Ausführliche Tipps, wie du die eigene Motivation steigern kannst findest du im zweiten Teil der Artikelserie.

Eliminiere Störquellen

Lernumfeld Störquellen

Konzentration kann nur dann aufkommen, wenn du nicht ununterbrochen von irgendetwas abgelenkt wirst. Schalte also am besten den Computer aus und stell dein Handy auf lautlos. Unter Umständen solltest du auch andere Mitbewohner darauf hinweisen, dass du jetzt lernst und in der nächsten Zeit nicht gestört werden möchtest.

Ernähre dich gesund

Der Kopf braucht einen ausgewogenen Mix an Nährstoffen und Vitaminen – keine Diäten oder Fastfood. Nimm mehrmals am Tag kleinere Mahlzeiten zu dir, anstatt einmal eine große. Du solltest weder zu süße, noch zu fettige Speisen essen. Äpfel, Bananen & Co. sind hier die richtige Wahl.

Trink Wasser

Genauso wie körperliche Betätigung ist auch die kognitive Konzentration eine anstrengende Angelegenheit. Daher ist es besonders wichtig, dass du ausreichend trinkst, damit das Gehirn optimal funktionieren kann. Acht aber darauf, was du trinkst! Reines Wasser ist hier meiner Meinung nach mit Abstand die beste Wahl. Für die Vitamine kannst du dir alternativ noch eine Zitrone reinpressen. Das erfrischt und ist gesund. Gegen einen frisch gepressten Orangensaft ist natürlich auch nichts einzuwenden. Vermeiden solltest du aber auf jeden Fall zu süße Softdrinks à la Coca Cola.

Leg kurze Pausen ein

PauseWie zu Beginn bereits beschrieben gibt es bei jedem Menschen ein zeitliches Limit für die Konzentration. Daher bringt es überhaupt nichts, stundenlang ohne Pause durchzulernen. Du lernst viel effektiver, wenn du in regelmäßigen Abständen kurze Entspannungsphasen einlegt. Fünf Minuten pro halbe Stunde reicht vollkommen aus. Achte aber darauf, dass es wirklich bei fünf Minuten bleibt und du dich nicht beim Überprüfen des Facebookprofils in irgendwelchen Fotos verlierst.

Einfach ein wenig umhergehen und eventuell einen Blick aus dem Fenster wagen ist vollkommen ausreichend. Fernsehen oder Computerspielen solltest du aber vermeiden, da auch das den Kopf anstreng und Konzentration erfordert.

Mach Sport

Bei körperlicher Anstrengung werden im Körper bestimmte Glückshormone (Endorphine) freigesetzt und dadurch das Wohlbefinden gesteigert. Außerdem ist es eine willkommene Tätigkeit um mit den Gedanken weg vom Lernstoff zu kommen. Dass Bewegung nebenbei auch noch Gesund ist, brauche ich wohl nicht erwähnen ;).

Teil den Stoff ein

Gewaltige Stoffmengen stellen für viele Lerner ein gewaltiges Problem dar. Ständig fragt man sich, wie man das nur alles bewältigen soll. Hier ist es ratsam, den gesamten Stoff zunächst in mehrere kleine Teilgebiete zu strukturieren und diese Schritt für Schritt durchzugehen. Nach jedem Teil kannst du eine kleine Pause machen und dich so mental auf das nächste Thema vorbereiten. Detaillierte Tipps, wie du den Lernstoff strukturieren kannst, findest du im nächsten Teil der Serie.

Schaffe ein angenehmes Lernklima

Das Lernumfeld wirkt sich ebenfalls entscheidend auf den Lernerfolg aus. Ausführliche Tipps zur Gestaltung des optimalen Lernumfelds findest du im dritten Teil der Artikelserie.

Variiere Themen und Methoden

Schaffe Abwechslung, sei kreativ. Stundenlang nur einer einzigen Tätigkeit nachzugehen wirkt sich negativ auf die Motivation aus und ist zu dem noch ermüdend. Wechsel die Sinne ab! Sorg für eine abwechslungsreiche Mischung aus lesen, schreiben und zusammenfassen.

Folge deinem Biorhythmus

variierenDie körperliche und geistige Leistungsfähigkeit variiert im Laufe des Tages stark und ist von Person zu Person unterschiedlich. Beobachte dich selbst und finde heraus, zu welcher Tageszeit du am aktivsten bist. Für die meisten Menschen liegt diese Zeitspanne zwischen Vormittag und dem frühen Nachmittag (vorausgesetzt, der Abend davor war nicht zu lange ;)). Es ist viel effizienter in diesen wenigen Stunden intensiv zu arbeiten, als den ganzen Tag nur mit halber Energie. Es gibt aber natürlich auch Menschen, die sich zu Mitternacht am Besten konzentrieren können.

Der Vorteil einer „unüblichen“ Lernzeit liegt klar auf der Hand: In der Nacht muss man gegen weitaus weniger potentielle Ablenkungen ankämpfen als tagsüber.

Fazit

Es gibt viele verschiedene Ursachen von Konzentrationsschwierigkeiten, jedoch können die meisten davon recht unkompliziert beseitigt werden – vorausgesetzt man kennt die Gründe. Unsere Konzentrationsfähigkeit ist erlernt und kann daher auch mit verschiedenen Methoden trainiert und somit verbessert werden.

Das große Problem dabei ist, dass Konzentration nicht „erzwungen“ werden kann, sondern Schritt für Schritt herbeigeführt werden muss. Probiere einfach beim nächsten Mal einige der oben genannten Tipps und Methoden umzusetzen! Du wirst sehen, dass die Konzentration ganz von alleine kommst, wenn du ihr nur die Möglichkeit dazu gibst!

Das war der vierte Teil der Artikelserie “Die Kunst des Lernens”. Im nächsten Teil geht es um das Zeitmanagement beim Lernen. Eine Übersicht aller Kapitel findest du hier.

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