in Lerntipps

Die Kunst des Lernens - Teil 2Im ersten Teil der Artikelserie hast du erfahren, was richtig lernen überhaupt bedeutet und dass es auch im Bildungsbereich sehr unseriöse Unternehmen gibt, vor deren Angeboten du dich in Acht nehmen solltest.
Im zweiten Teil werde ich ein paar Gründe nennen, warum die Motivation so ausschlaggebend für den eigenen Lernerfolg ist und dir ein paar Tricks zeigen, wie du dich selbst motivieren kannst um mit mehr Spaß an der Sache zu sein. Eine Übersicht aller Kapitel findest du hier.

Was ist Motivation eigentlich?

Es existiert keine allgemein gültige Definition von Motivation. Vielmehr gibt es verschiedenste Definitionen, die je nach Anwendungsbereich mehr oder weniger zutreffend sind. Eine Definition beschreibt Motivation als die innere Bereitschaft für ein Verhalten.

In der Pädagogik wird zwischen der intrinsischen und der extrinsischen Motivation unterschieden. Die intrinsische Motivation kommt von innen heraus und wird allein durch die Beziehung zum Lernstoff hervorgerufen. Typische Beispiele dafür sind zum Beispiel Interesse, Wissensdrang und Neugier.

Bei der extrinsischen Motivation liegen die Motive außerhalb der Beziehung des Lernenden zum Lernstoff. Beispiele dafür sind Benotung, Lob oder Anerkennung.

Die Rolle der Motivation

Die Motivation spielt in allen Lebenssituationen eine sehr wichtige Rolle, da sie ausschlaggebend dafür ist, mit wie viel Begeisterung wir eine Handlung ausführen beziehungsweise ob wir sie überhaupt ausführen. Gerade beim eigenständigen Lernen ist das sehr wichtig.

Im folgenden möchte ich dir ein paar Tipps & Tricks zeigen, wie du selbstständig deine Motivation steigern kannst.

Frag dich selbst, warum du eigentlich lernst

Warum lerne ich eigentlichZunächst solltest du dir einmal die zentrale Frage stellen, warum du überhaupt eine Sprache lernen möchtest. Am besten, du machst dir selbst eine kleine Liste und schreibst die verschiedenen Beweggründe auf, warum du dich dazu entschlossen hast, eine neue Sprache zu lernen. So wirst du dir im Klaren darüber, welche Vorteile du durch das Beherrschen einer weiteren Sprache hast und warum dich diese in deinem späteren Leben weiterbringen.

Hier einige Denkanstöße, was alles auf dieser Liste stehen könnte:

  • Ich möchte ins Ausland reisen und fremde Menschen und neue Kulturen kennen lernen
  • Ich möchte fremdsprachige Filme sehen, Musik hören und Bücher lesen
  • Ich möchte mein Kind beim Fremdsprachenunterricht in der Schule unterstützen
  • Ich brauche die Sprache für meine berufliche Karriere

Wir haben hier auf dem Blog kürzlich eine Umfrage zu genau dieser Frage gestartet. Sobald ausreichend Stimmen für eine sinnvolle Auswertung abgegeben wurden, werden wir die Ergebnisse analysieren und euch in einem eigenen Artikel zeigen, warum andere Leute eine Sprache lernen.

Wollen, nicht müssen!

Auf dieser Liste darf allerdings nicht das Wort „müssen“ vorkommen. „Müssen“ wird meist mit Zwang in Verbindung gebracht und niemand tut gerne etwas, zu dem er gezwungen wird. Versuche die einzelnen Punkte auf der Liste so zu formulieren, dass du sie erreichen willst, nicht musst.

Lass dich nicht verunsichern

UnsicherheitGerade die ersten Schritte beim Erlernen einer neuen Fähigkeit sind sehr heikel. Viele Fehler und ständige Rückschläge können schnell dazu beitragen, dass du den Glauben an dich selbst verlierst. Ist die Motivation einmal im Keller, ist es schwer sich wieder dazu durchzuringen es noch ein weitere Mal zu versuchen.

Es werden eben nun mal Fehler gemacht. Glaubst du anderen erging es nicht so? Du hast schließlich auch irgendwann mal begonnen, die ersten Worte in deiner Muttersprache daherzustammeln. Da du jetzt kein Analphabet bist, hast du wohl damals auch nicht aufgegeben. Warum solltest du es jetzt tun?

Such dir Gleichgesinnte

GruppeFür viele Menschen ist es einfacher, etwas in einer  Gruppe zu lernen. Vielleicht kennst du ja jemanden, der auch gerne eine Fremdsprache lernen möchte. Du wirst sehen, zu zweit macht das Ganze gleich doppelt so viel Spaß. Versucht euch gegenseitig zu motivieren. Vielleicht sogar in Form kleinerer „Wettkämpfe“. Ihr könnt euch zum Beispiel ausmachen, dass derjenige, der in einer bestimmten Zeit mehr Vokabeln beherrscht, vom anderen das nächste Mal auf ein Bier eingeladen wird. So kannst du immer wieder kleine Erfolge erzielen und dich in kritischen Phasen motivieren. Wenn deine Freund nicht motiviert zum Lernen sind, findest du auch im Internet jede Menge Lernpartner in deiner Nähe.

Achte aber steht’s darauf, dass die Wettkämpfe nur Spaß bleiben und kein zu großer Leistungsdruck entsteht.

Belohne dich selbst

Das limbische System ist eine Funktionseinheit des Gehirns, das für die Verarbeitung von Emotionen zuständig ist. Es ist bereits eindeutig bewiesen, dass es auch eine große Rolle beim Lernen spielt. Achte also darauf, dass du mit dem Lernen keine schlechten Emotionen verbindest, da sich dein Gehirn ansonsten unterbewusst merkt, dass lernen schlecht ist.

Versuche stattdessen, dich für jeden noch so kleinen Erfolg selbst zu belohnen. Wie du das machst, bleibt natürlich ganz dir überlassen. Zum Beispiel kannst du für dich selbst festlegen, dass du für jede richtig absolvierte Übung einen Keks bekommst. Das klingt jetzt vielleicht etwas banal, hat aber durchaus einen positiven Effekt. Weil du gerne Kekse isst, verändert sich dein ursprünglicher Gedanke „ich muss lernen“ in „ich will lernen“ (weil ich dann einen Keks bekomme). Außerdem: Schaden kanns ja nicht 😉

Bestrafe dich niemals

Wie bereits erwähnt, ist aus der Hirnforschung bekannt, dass eine enge Verknüpfung zwischen Lernerfolg und Gefühlen besteht. Besonders Angst behindert freies und kreatives Denken enorm. Manchmal kann Leistungsdruck zwar durchaus zu positiven Ergebnissen führen, langfristig gesehen sind die Konsequenzen aber fatal. Überwiegen beim Lernen die negativen Emotionen, geht die Freude am Erkenntniserwerb und den damit verbundenen Anstrengungen verloren.

Setz dir kleinere Zwischenziele

Um motiviert lernen zu können spielt es eine entscheidende Rolle, sich realistische und erreichbare Ziele zu setzen. Diese sollten in verschiede Zwischen- und in ein großes Hauptziel unterteilt werden. Wichtig ist, dass diese Ziele in überschaubaren Zeitabschnitten verwirklicht werden können. Realistisch zu bleiben ist von großer Wichtigkeit. Denn wenn man sich zu viel vornimmt und nicht alles erreicht wie geplant, ist man demotiviert und frustriert.  Setze dir also immer wieder kleinere Teilziele, bei denen zu überzeugt bist, dass du sie auch in einer angemessenen Zeit erreichen kannst.

Wenn du dann ein kleines Ziel erreicht hast, freust du dich darüber und hast ein gutes Gefühl beim Lernen.

Sei kreativ

Eintönige Arbeit macht niemandem Spaß. Stundenlang monotone Vokabellisten durchzugehen ist klarerweise langweilig. Versuche also, möglichst viel Spannung und Abwechslung in den Lernprozess zu bringen. Zum Beispiel kannst du interaktive Lernplattformen verwenden oder zur Abwechslung einfach mal einen kurzen Text in der Fremdsprache lesen. Dabei ist egal, ob du nur jedes zweite Wort verstehst. Sei einfach kreativ.

Leg Pausen ein

Egal was man macht – irgendwann ist es genug. Es gibt kein Spiel auf der Welt, dass einem durchgehend Spaß macht. Irgendwann wird alles langweilig – zumindest für eine gewisse Zeit. Zwing dich also nicht dazu weiterzulernen, auch wenn du eigentlich keine Lust oder Kraft mehr dazu hast. Es ist viel effektiver, wenn du einfach eine kurze Pause einlegst und dich nachher wieder mit dem Stoff beschäftigst. Ein kurzes Telefonat oder ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft können da schon wahre Wunder bewirken.

Gestalte dein Lernumfeld angenehm

LernumfeldAchte darauf, dass du dich in der Umgebung, in der du lernst, auch wohl fühlst. Räume deinen Arbeitsplatz auf, sorge für ausreichend Licht und Sauerstoff und setz dich bequem hin. Ausführliche Tipps zur optimalen Gestaltung des eigenen Lernumfelds folgen im nächsten Teil der Artikelserie.

Fazit

Ohne Motivation geht gar nichts. Versuche also früh genug zu erkennen, wenn es schlecht um deine Motivation steht und setze entsprechende Gegenmaßnahmen. Denn je später du dir darüber Gedanken machst, umso mehr hast du wieder aufzuholen!

Im dritten Teil der Serie wird es darum gehen, wie du dein eigenes Lernumfeld optimal gestalten kannst und warum das eigentlich so wichtig ist. Eine Übersicht aller Kapitel findest du hier.

Das könnte dich auch interessieren

Die Kunst des Lernens – Teil 5: Die Zeit einteilen Im letzten Teil der Artikelserie, der in der Tat bereits ein Weilchen zurückliegt, haben wir uns mit der Frage beschäftigt, wie man mit einfachen Tricks die Konzentration beim Lernen steigern kann und so in weniger Zeit mehr Informationen behalten ka...
Die Kunst des Lernens – Teil 4: Die Konzentration steigern Im dritten Teil der Artikelserie haben wir uns mit der Gestaltung des optimalen Lernumfeldes beschäftigt. Es gab nützliche Anregungen, worauf besonders geachtet werden muss und was auf jeden Fall vermieden werden sollte. Heute werden wir uns dem sch...
Die Kunst des Lernens – Teil 3: Das optimale Lernumfeld gestalten Im letzten Teil der Artikelserie ging es darum, was Motivation eigentlich genau ist, warum sie so wichtig ist und  mit welchen Tricks du diese einfach steigern kannst. Im dritten Teil möchte ich mich mit der Frage beschäftigen, wie das optimale Lern...

Kommentar schreiben

Schreibe einen Suchbegriff und drücke Enter