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Als Grund für das regelmäßige Aussterben von Sprachen lässt sich nach der Kolonialisierung auch die Globalisierung anführen. Es soll schließlich weltweit interagiert werden können und da bietet es natürlich viele Vorteile, wenn Texte und Gespräche nicht erst mühsam übersetzt werden müssen. Man vermeidet potentielle Missverständnisse und spart Zeit sowie Geld.

Aus demselben Grund ist zum Beispiel die Landessprache der Vereinigten Staaten von Amerika Englisch, während die UNESCO 191 verschiedene Muttersprachen in den USA gezählt hat. Eine einheitliche Landessprache zu haben bietet politisch und ökonomisch viele Vorteile.

Die EU im Vergleich muss 23 Amtssprachen integrieren, der Übersetzungsdienst der EU macht allein 15% des Personalkörpers sowie 1% des EU-Haushaltes aus. Zu den Aufgaben der Kommission für Mehrsprachigkeit gehört die Förderung der Fremdsprachenkenntnisse, weil diese wiederum direkten Einfluss auf die Effektivität der Ausbildung internationaler und vor allem innereuropäischer Kooperationen hat. Und damit selbstverständlich auf den Wirtschaftsfluss einwirkt.

Welche Sprachen sind vom Aussterben bedroht?

Laut UNESCO seien zwei Drittel aller Sprachen vom Aussterben bedroht. Drastischer wirkt die Schätzung der UNESCO, dass ungefähr alle zwei Wochen eine Sprache aussterben soll. Als potentiell gefährdet werden Sprachen gezählt, die zwar eine große Anzahl an Sprechern aufweisen, jedoch keine Legitimation in Form einer Amtssprache, beziehungsweise nicht im Bildungswesen vertreten sind. Dazu gehören unter anderem Kurdisch, Tibetisch und Weißrussich. Gefährdet sind Sprachen, die lediglich von einem kleineren Teil der Sprecher, als ihrem Verteilungsgebiet entspräche, an die nächste Generation weitergegeben werden. Diese werden von 10.000 oder weniger Menschen gesprochen.

Beispiele hierfür sind Aramäisch, Obersorbisch und Walisisch. Ernsthaft gefährdet sind Sprachen, die nur ausnahmsweise an die nächste Generation weitervermittelt werden und bei denen die jüngeren Sprecher die dominierende Sprache ihres Gebietes besser beherrschen. Als Beispiele lassen sich Saterfriesisch, Niedersorbisch oder Bretonisch nennen.

Als moribund gilt eine Sprache, wenn sie nur noch von Älteren gesprochen wird und die Zahl der Sprecher sehr gering ist. Wie zum Beispiel Livisch und viele indianische sowie australische Sprachen.

Vom Aussterben bedrohte Sprachen in Deutschland

Die UNESCO gibt 13 vom Aussterben bedrohte Regional- und Minderheitssprachen an. Stark gefährdet sind Nordfriesisch und Saterfriesisch. Aber auch Bairisch, Niedersächsisch und Rheinländisch ist nicht gerade als ungefährdet eignestuft.

Doch das Aussterben ganzer Sprachen ist nicht die einzige Veränderung, die die Globalisierung mit sich bringt. Der Linguist Gerhard Jäger schätzt die Umlaute ä,ö und ü in 500 Jahren als ausgestorben. Man kann auch einen Trend zur konsequenten Kleinschreibung absehen, was unsere Sprache deutlich vereinfachen und damit die Ausbeute der Analyse unserer Sprache verringern würde.

Ein weiterer Einfluss ist die Kreolisierung (Vermischung der Sprachen).Gerade die Deutschen anglisieren sehr gerne. Das färbt sich ab, man hört zum Beispiel immer öfter

„Haben Sie einen schönen Tag“ („Have a nice day“)

statt dem grammatikalisch korrekten Ausspruch

„Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag“.

Natürlich ist nicht alles schlecht. Jährlich werden ca. 800 neue Wörter in den Duden aufgenommen, 20 bis 40 davon sind Anglizismen.

Autor: Vanessa Causemann von twago.

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Bildquelle: © Geralt / photoopia.com

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