Du willst eine Sprache erlernen. Du willst in deinem eigenen Tempo lernen, wann immer du Zeit und Lust hast. Und du willst dafür möglichst wenig Geld ausgeben. Wenn diese drei Punkte auf dich zutreffen, ist ein Lernportal wahrscheinlich das Richtige für dich. Aber kann eine Lernplattform konventionellen Sprachunterricht wirklich ersetzen? Ja – und nein.

Sprachen lernen im 21. Jahrhundert

Heutzutage erledigen wir vieles online, was für unsere Eltern oder ältere Geschwister nur analog möglich war. Online banking, online dating, online learning sind nur drei Beispiele dafür, wie das Internet unseren Alltag erleichtert. Natürlich ist es bequem, viele Aufgaben jederzeit, auch unterwegs und schnell einmal zwischendurch zu meistern.

Genauso wie du zwischen Frühstück und Zähneputzen rasch noch eine Überweisung abschickst, kannst du die Wartezeit an der Bushaltestelle nutzen, um Vokabel zu wiederholen oder Grammatik zu üben. Dafür musst du nicht zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort – nämlich in einer Sprachschule – sein!

Überall und jederzeit

Lernportale erleichtern es ungemein, verkümmerte Sprachkenntnisse aufzupolieren oder eine neue Sprache zu lernen. Mit deinem Handy hast du deinen Sprachlehrer oder -trainer in der Hosentasche. Dabei sind solche Lernplattformen oder Lernapps meist wesentlich günstiger als konventionelle Sprachkurse und du sparst die Zeit für die Fahrt zur Sprachschule und wieder nach Hause – Zeit, die du lieber gleich ins Lernen investierst.

Viele Lernapps sind höchst unterhaltsam und die Gedanken an endlos erscheinende, langweilige Unterrichtslektionen gehören somit der Vergangenheit an. Moderne Lernplattformen sind interaktiv und bieten für die verschiedenen Lerntypen ganz unterschiedliche Methoden an. Damit du das ganze Potenzial der Lernportale nutzen kannst, musst du dich jedoch ganz bewusst mit der Frage beschäftigen:

Was will ich eigentlich?

Willst du unkompliziert und selbständig lernen? Willst du dabei völlig flexibel sein? Dafür ist das Internet das perfekte Medium. Wünschst du dir persönlichen Kontakt zu anderen Lernenden? Lernst du lieber in einer Gruppe? Kannst du dich oft nur schwer zum Lernen aufraffen? Dann sind Lernplattformen nicht die beste Wahl. Sich im turbulenten Alltag Zeitinseln zu schaffen und dann einsam im stillen Kämmerlein zu lernen, das kann und will nicht jeder.

Manchmal hilft es enorm, wenn jemand das Lerntempo vorgibt. Das kann ein Lehrer im herkömmlichen Sprachunterricht naturgemäß besser als eine Lernapp. Gemeinsam zu lernen ist oft motivierender als das Selbststudium. Und das gemütliche Beisammensein nach dem Sprachkurs kann ein Lernportal auch nicht ersetzen. Nicht zuletzt können Unklarheiten im direkten Gespräch mit Lehrern oder Kurskollegen schneller ausgeräumt werden als online.

Gnothi seauton!

Du siehst also, Sprachen lernen im Internet hat viele Vorteile, aber in manchen Aspekten sind herkömmliche Sprachkurse einem Lernportal dennoch überlegen. Und das hat wiederum seinen Preis, den nicht jeder zahlen kann und will. Deshalb bist nun du an der Reihe.

Gnothi seauton – das ist Altgriechisch und bedeutet: Erkenne dich selbst! Zuerst musst du deine Prioritäten abklären. Wie willst du lernen, wann, wo und wie schnell? Möchtest du beim Lernen auch neue Freunde finden oder geht es dir einzig und allein darum, möglichst schnell eine neue Sprache verstehen und sprechen zu können? Die Antworten auf diese Fragen werden dir helfen, die richtige Lernmethode zu finden.

Die eierlegende Wollmilchsau

Vergiss dabei aber eines nicht: Die Wahrheit liegt oft in der Mitte! Es gibt durchaus Lernportale, die die Vorteile beider Varianten verbinden: Hier findest du Online-Tutoren oder -Lehrer, die deine Fragen individuell beantworten, und du kannst dich mit anderen Lernenden vernetzen und so auch Leute kennenlernen.

Wenn du dich nun doch für einen herkömmlichen Sprachkurs entscheidest, heißt das aber noch lange nicht, dass du nicht auch von Lernapps oder Lernplattformen profitieren kannst: Eine sinnvolle Ergänzung zum Kurs sind sie nämlich in jedem Fall!

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