in Sonstiges

Enzensberger befasst sich in dem 1979 veröffentlichten Artikel mit der katastrophalen Entwicklung der deutschen Sprache. Er geht auf die Einflussfaktoren der deutschen Sprache ein und er kritisiert die Hüter unserer Sprache. In dem folgenden Gastartikel werde ich beurteilen ob und inwiefern Enzensberger die Funktion der Jugendsprache angemessen darstellt.

Dass unsere Muttersprache ein heikles Thema ist, welches für Irritation und Unverständnis sorgt, wissen wir alle. Meine Mutter zum Beispiel ist benachteiligt, wenn ich mich mit meinen Freunden energisch über ein Thema unterhalte und sie kann nicht mitreden, weil sie bestimmte Ausdrücke und Redewendungen nicht versteht. Schon seit Jahren klagen die Leute aus den oberen Schichten unserer Gesellschaft über mangelnde Deutschkenntnisse. Grund dafür ist laut Enzensberger die Verwahrlosung. (Zeile 11).

Durch diese Anapher im Text kann man auf Enzensbergers Wut schließen, die er auf die Leibwächter unserer Sprache hat. Wir alle kennen auch die „Zwanzigjährigen“ deren Wortschatz kaum über 800 Vokabeln hinaus

reicht und die eine schreckliche Grammatik sprechen. Meistens sind das Jugendliche die eine schlechte Schulbildung hatten. Denn ich muss sagen, dass man in vielen Fällen einen Unterschied unter den Jugendlichen, der durch den Bildungsweg entstanden ist, auch an der Sprache erkennen kann.

Bisher sind die Versuche, die Verwahrlosung der Sprache zu stoppen, jedoch kläglich gescheitert, was Enzensberger mit einer Metapher von einer „altersschwachen Patientin“ (Zeile25), die deutsche Sprache, und den „muskulösen Pfleger“ (Zeile 25), die Hüter der deutschen Sprache, beschreibt. Somit kritisiert nicht nur Enzensberger die heutigen Sprachhüter, über die er sich in Zeile 30 „Apostel des guten, wahren und richtigen Deutsch“ lustig macht, dass im Klimax geschrieben ist, sondern auch „Konrad Duden“ (Zeile 34), der schon vor hundert Jahren sich mit der deutschen Sprache befasste und versuchte sie zu leiten. Jedoch ist die Sprache immer lebendiger und jünger, als ihre Leibwächter und verändert sich somit ständig.

Enzensberger beschreibt wie Kinder und Jugendliche durch die Sprachhüter mit Vorschriften „misshandelt“ (Zeile 47) werden. Damit wendet er sich gegen die Leibwächter unserer Sprache. Er bezeichnet sogar die Sprachhüter, als impotent (Zeile 45) und ihren Unterricht, als Misshandlung (Zeile 47). Es nützt jedoch nichts die Kinder und Jugendlichen mit komplizierten Vorschriften und Regeln der deutschen Sprache zu quälen. Die Sprache sucht sich ihren eigenen Weg. Vorschriften sprechen die Jugend nicht an.

Durch die Jugendsprache ist eine einfache und schnelle Verständigung möglich und die Jugendlichen können sich von der Erwachsenenwelt abgrenzen, auch wenn es für Außenstehende „deprimierend“ (Zeile 68) klingen mag. Ein Beispiel dafür ist, wenn „Kids ihre Beziehungskisten ausdiskutieren“ (Zeile 65) oder wenn sie „mal kurz abchecken, was Sache ist“ (Zeile 66-67). Da muss ich schon zugeben, dass für einen Außenstehenden, diese Redensart deprimierend klingt. Aber ich finde, dass sich die Jugend ruhig so unterhalten kann, solange sie unter sich ist. Wenn Erwachsene anwesend sind, kann man sich aber auch anderen Wörtern bedienen.

Noch schlimmer schätzt er die die Versuche der Warner und Walter die in allen Bereichen des öffentlichen Lebens sitzen, wie z.B. in der FAZ, im Rotary Club und im Kultusministerium (Zeile 71-76), wofür er ein sehr ausführliches Beispiel gibt (Zeile 77-97). Im Vergleich dazu ist ihm der Disco-Slang, der Kneipen-Jargon und der Rock-Sound lieber (Zeile 98-99).

Im Schlussteil des Artikels stellt er seine Meinung noch einmal klar dar, indem er sagt, dass ihm alle Jargons um einiges lieber sind als die „Bandwurmsätze der Schreibtischtäter“ (Zeile 105), da diese vergänglich sind.

Ich denke mit dieser Aussage spricht er die Meinung vieler Menschen an, denn diese Behördensprache ist sicher nicht nur mir einfach zu kompliziert. Und das Schlimmste daran ist, dass doch gerade diese Sprache (Die Sprache des öffentlichen Lebens) für alle verständlich sein sollte und somit auch das eigentliche Problem der deutsche Sprache ist.

Ich persönlich stimme Enzensberger in den meisten Punkten zu, doch ich finde trotzdem, dass er die Jugendsprache in ihrer Funktion nicht angemessen darstellt. Er erwähnte immer nur das Negative der Jugendsprache, wie das der Wortschatz kaum über 800 Vokabeln reicht, das die Jugend sich nicht mehr Ausdrücken kann und sie die richtige deutsche Sprache gar nicht mehr beherrschen, weil über all z.B. englische Wörter beinhaltet sind. Die Jugendsprache hat aber auch positive Seiten. Mit der Jugendsprache kann man sich nicht nur von Altem bzw. Überholten abgrenzen. Die Jugendsprache ist nach meinem Empfinden auch internationaler. Das ist doch ganz wichtig im Prozess der Globalisierung. Die Jugendsprache wird auch in der Werbung angewandt, um genau diese Schicht anzusprechen und zwar mit ihrer Sprache. Die Jugend will eine eigene Ausdrucksweise und je mehr die Jugendlichen „mit Vorschriften misshandelt“ werden, desto extremer wird die eigene Ausdrucksweise und Abgrenzung zu denen, die die Vorschriften erstellen.

Mir gefällt, dass er die Jugendsprache verteidigt, indem er die Leibwächter kritisiert, denn auf diese Leibwächter hat die Jugendsprache keinen Bock.
Eine Lenkung einer Sprache ist auch nach meiner Ansicht nicht sinnvoll und auch nicht möglich.
Wenn ich den Artikel von Enzensberger lese fällt mir auch auf, dass einige Redewendungen selbst in meinem Umfeld oder sogar von mir sinnlos

und lächerlich, manche jedoch auch anregend und belebend für die Sprache sind. Wenn wir uns alle so unterhalten würden, wie es vom Kultusministerium gewünscht wird oder wie es eine korrekte deutsche Sprache erfordert, würde sich unsere Kommunikationslust noch mehr verringern, denn es ist dann einfach langweilig sich zu unterhalten. Man muss natürlich auch sagen, dass manche Menschen mit einem bestimmten Jargon gar nicht mehr fähig sind, korrekte deutsche Sätze zu bilden. Ich denke, dass dies eher eine Frage der Bildung ist und nicht gefährlich für die deutsche Sprache sein kann. Wie auch Enzensberger sagte, „gedeihen und verwelken“ (Zeile 100) Jargons dann auch wieder.

Generell kann ich Enzensberger zustimmen, dass man die Sprache einfach so lassen sollte wie sie sein will, und der Rest regelt sich von allein. Eine Sprache hat einfach den Sinn, die Kommunikation zwischen Menschen zu erleichtern und man sollte keine unnötigen Schwierigkeiten einbauen.

Allerdings wäre es nach meiner Ansicht erforderlich, die deutsche Sprache zur offiziellen Kommunikation in Deutschland als erste Sprache festzusetzen. Es sollte doch viel mehr darauf geachtet werden, dass die deutsche Sprache korrekt angewandt wird, wo es sinnvoll ist. So denke ich, dass in offiziellen Situationen die deutsche Sprache verständlich und mit möglichst wenigen Fremdwörtern gesprochen werden sollte. Dann können sich alle Generationen verstehen.

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