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Gehirn

MRT eines menschlichen Gehirns

Es ist schwer vorstellbar, aber bei der Geburt haben das menschliche Gehirn und das des Schimpansen die gleiche Größe. Im Laufe der Entwicklung wächst letzteres allerdings um nur 28 Prozent und das des Menschen um unglaubliche 300 Prozent. Dies bedeutet letztendlich, dass der größte Teil der Entwicklung erst nach der Geburt stattfindet und dem zu Folge von der Umgebung beeinflusst wird.

Fast alle Nervenzellen, die das Gehirn ausmachen, werden vor der Geburt gebildet. Im ersten Lebensjahr kann man jedoch einen enormen Wachstum ausmachen, der vor allem durch die Bildung der Verbindungen zwischen den Neuronen entsteht. Die Kontaktpunkte werden Synapsen genannt und bilden die Basis für die Funktionstüchtigkeit unseres Gehirns.

Überraschenderweise hat ein zwei jähriges Kind ungefähr 50 Prozent mehr Synapsen als ein Erwachsener. Im Laufe der Zeit und je nach Gebrauch bilden sich diese weiter aus oder zurück. Die synaptische Plastitzität ist in den ersten Jahren wesentlich flexibler. Es ist anzunehmen, dass es Kindern dadurch wesentlich leichter fällt eine Sprache zu lernen als Erwachsenen. Kinder, die mehrsprachig aufwachsen können mit großer Wahrscheinlichkeit diese Sprachen perfekt und akzentfrei sprechen (natürlich steht dies im Zusammenhang mit den Lehrenden).

Gibt es ein Sprachen-Organ?

Bis in die 50er waren die meisten Wissenschaftler noch der Meinung, dass es keinen speziellen Bereich im Gehirn gab der dem Sprechen zugeteilt ist und dass Sprachfähigkeit der allgemeinen Intelligenz zu verdanken war. Da aber alle Kinder, unabhängig von Kultur und Herkunft, ohne große Probleme die Prinzipien von Sprache verstehen und anwenden können, war Noam Chromsky überzeugt, dass es im menschlichen Gehirn eine Art „Hardware“ für diesen Prozess geben muss. Mittlerweile ist diese Theorie allgemein anerkannt und bestätigt.

Wie lernen Kinder eine Sprache

Um eine Sprache zu lernen benötigt der Mensch zwei grundlegende Voraussetzungen. Zum einen die anatomischen Voraussetzungen und zum anderen eine kommunikationsreiche Umgebung. Ersteres ist grundsätzlich in einem gesunden menschlichen Körper genetisch festgelegt. Das Wernicke Zentrum sowie das Brocas Areal zählen zu den Sprachzentren des Gehirns und sind sowohl für die Sprachverarbeitung als auch –produktion verantwortlich.

Frühkindliche Bildung

Sprachentwicklung ist genetisch veranlagt. Allerdings ist die  Umgebung mindestens genauso wichtig. Ein Kind von chinesischen Eltern wird in jedem Fall fähig sein Englisch zu sprechen, wenn es in England aufwächst. Kinder können jede beliebige Sprache lernen, solange sie von ihr umgeben sind. Dies beweisen unglücklicherweise die traurigen Fälle von isolierten Kindern, die ohne zureichende Kommunikation aufgewachsen sind und niemals oder nur schwierig gelernt haben zu sprechen.

Vorteile von Bi- und Multilingualismus

Die Fähigkeit, zwei oder sogar mehrere Sprachen zu sprechen, bringt offensichtlich zahlreiche Vorteile in einer globalisierenden Welt. In den letzten Jahren haben sich zudem viele Wissenschaftler mit diesem Thema beschäftigt und herausgefunden, dass es nicht nur praktische Vorzüge, sondern auch positive Effekte auf die Gedächtnisleistung hat und sogar vorbeugend gegen Demenz im höheren Alter wirken kann.

Anfänglich glaubte man, dass Mehrsprachigkeit eine Beeinträchtigung für Kinder darstellt und sie in Ihrer geistigen Entwicklung verwirrt und behindert.  Aktuelle Untersuchungen haben aber ergeben, dass im mehrsprachigem Gehirn alle erlernten Sprachen aktiv sind, selbst wenn nur eine gesprochen wird. Dies ist allerdings mehr ein Vor- als ein Nachteil, denn es zwingt das Gehirn innere Konflikte zu lösen und die andere(n) Sprache(n) zu unterdrücken, was wiederum die Gedächtnisleistung verbessert.

Die Teile im Gehirn die für Planung, Lösen von Problemen und mental schwierige Aufgaben zuständig sind, arbeiten wesentlich besser als bei Menschen die nur eine Sprache Sprechen. Nebenbei fördern diese Prozesse auch die Fähigkeit sich auf mehrere Dinge abwechselnd zu konzentrieren und unwichtige Dinge zu ignorieren.

Weitere Information über Sprachen, das Sprachenlernen und Sprachtests gibt es unter globo-study Sprachreisen weltweit.

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Bildquelle: © Dieter Schütz, Birgit H. / pixelio.de

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