Spätestens seit den Empfehlungen von Sebastian Leitner („So lernt man lernen„) gehören Karteikarten zu den wichtigsten Lerninstrumenten für Vokabeln. Das System, mit dem Englisch, Spanisch, Französisch oder jede andere Fremdsprache gelernt werden kann, ist leicht nachvollziehbar und simpel umsetzbar und dennoch ausgesprochen effektiv. Allerdings ist das Lernen in der Version mit Karteikarten aus Papier oder Pappe nicht mehr ganz zeitgemäß und birgt mittlerweile auch Nachteile, die Leitner zu seiner „vor Smartphone Zeit“ keinesfalls erahnen konnte.

Reale Karteikarten sind teuer

Vokabelkarten

Karteikarte aus Papier: Jede Menge Platz für Vokabeln

Sprachen lernen lebt von Wiederholung. Um eine Sprache zu erlernen, sind für den selbstgemachten Vokabeltrainer zahlreiche Karteikarten erforderlich. Auf der Vorderseite steht hierbei die jeweilige Vokabel – in Englisch, Französisch oder Spanisch – und auf der Rückseite die Übersetzung ins Deutsche.

Da pro Wort eine Karteikarte genommen wird, kommt für eine Sprache eine sehr große Menge zusammen, die schnell nicht mehr überschaubar wird – und die nebenbei bemerkt, auch nicht wirklich gut zu transportieren ist. Auch wenn Karteikarten nicht teuer sind, wer viele davon benötigt, muss sie dennoch bezahlen und das verursacht natürlich Kosten.

Ebenfalls nicht sonderlich praktisch: wer mehrere Sprachen oder eine besonders intensiv lernt, benötigt sehr viele Karten. Das stört nicht nur bei dem nächsten Umzug, es nimmt auch Platz im Regal, Schrank oder unter dem Bett weg, der eigentlich besser genutzt werden könnte.

Die Empfehlung lautet deshalb: hebt Karteikarten nicht über einen längeren Zeitraum auf, da die Anzahl ansonsten viel zu groß wird. Aber wer trennt sich schon gerne von etwas, das so viel Mühe bei der Erstellung bereitet hat? Also ist das Dilemma perfekt. Sind die Karten weg, gibt es keine Möglichkeit mehr, sehr alte Karten noch einmal zu wiederholen, sind sie da – stauben sie ein, nehmen Platz weg und schaffen bei jedem neuen Blick ein schlechtes „ich hätte lernen sollen“ Gewissen. Das ist erst ganz besonders dann von Nachteil, wenn solche Vokabeln doch nicht – wie vorher angenommen – im Langzeitgedächtnis angekommen sind.

Weitere Nachteile fester Karteikarten

Zudem ist es bei realen Karteikarten nicht oder nur schwer möglich, eine größere Menge mit auf eine Reise zu nehmen, um sich zum Beispiel die Fahrtzeit mit Vokabellernen zu verkürzen. Manche scheuen auch davor zurück, ihre sorgsam geschriebenen Karten mit auf eine Bus- oder Bahnfahrt zu nehmen oder diese nur in eine Tasche zu stecken.

Denn es gibt immer das Risiko, dass sie verloren gehen oder beschädigt werden. Das ist sehr ärgerlich, wenn es sich um einen großen Stapel Karten handelt, der mit viel Mühe geschrieben wurde.

Eine Karteikarten-App für das Smartphone als Alternative

Mittlerweile gibt es die Möglichkeit, das eigene Smartphone als Vokabeltrainer zu gebrauchen. Entsprechende Apps basieren auf dem bewährten Karteikartensystem. Gegenüber der Verwendung von festen Karten haben solche Apps den Vorteil, dass alle Karten in der App gespeichert sind und auf diese Weise weder beschädigt werden noch verschwinden können.

Für letzteren Umstand sorgt bei den meisten Apps die integrierte Speicherfunktion, mit der die erstellten Karten sicher in eine Datenbank gelegt werden. Viele Apps verfügen über besondere Algorithmen, bei denen meist in erster Linie das Fächer-System nach Leitner verwendet wird. Der Nutzer muss also nicht mehr daran denken, die Karten in einem bestimmten Abstand zu lernen und zu wiederholen. Diese Aufgabe übernimmt die App für ihn automatisch.

Wer nicht nur, sondern auch mit dem Smartphone lernen möchte, sollte einen Blick auf Brainyoo werfen. Die kostenlose App- und Lernsoftware arbeitet nach dem bereits erwähnten Prinzip von Leitner und verknüpft das Lernen mittels App, Web-Applikation und stationärer Software. Vokabeln und andere Lerninhalte können zwischen den verschiedenen Geräten und Standorten synchronisiert werden, so dass immer dort weiter gelernt wird, wo man zuletzt aufgehört hat.

Das funktioniert im Übrigen nicht nur bei Brainyoo als Vokabeltrainer, sondern auch bei allen anderen Lernthemen für Ausbildung, Studium und Beruf. Für den Fall, dass man nicht selbst die gewünschten Lerninhalte zusammentragen möchte, arbeitet das Unternehmen mit verschiedenen Lernverlagen zusammen, die die passenden Inhalte liefern.

Die Nutzung eines Vokabeltrainers im Smartphone

Vor dem Lernen kommt die Erstellung der eigenen Karteikarten. Bei einer Fremdsprache heißt das, dass für jede neue Vokabel eine virtuelle Karte erstellt wird. Auf die Vorderseite kommt dann das neue Wort und auf die Rückseite die Übersetzung ins Deutsche.

Verschiedene Lern-Apps verfügen über eine Umkehrfunktion, die die Erstellung einer zweiten Karte mit dem deutschen Wort auf der Vorderseite und der Übersetzung auf der Rückseite entbehrlich macht. Wenn es sich um eine spezielle App zum Sprachenlernen handelt, bringt sie eventuell einen Stamm an Karten mit. Das kann hilfreich sein, birgt aber eben immer das Problem, dass die (für einen selbst) wichtigsten Inhalte fehlen.

Wie der Algorithmus funktioniert

Der in der App integrierte Algorithmus legt dem Nutzer die zu lernenden Karten dann automatisch vor. Angezeigt wird die Vorderseite der Karte – als Frage – und es muss die Rückseite – als Antwort – richtig erraten werden. Der Nutzer gibt der App an, ob er die richtige Lösung wusste oder nicht. Entsprechend wird die Karte dann von dem Algorithmus eingeordnet.

Gewusste Karten werden erst nach einem gewissen Zeitraum wieder vorgelegt, während unbekannte Karten schneller wieder auftauchen. Insgesamt ist die Karteikartenmethode ein bewährtes und funktionierendes System, um eine neue Sprache zu lernen. Die Integration in eine App macht sie unkomplizierter, kostengünstiger und das Lernen leichter. Autor: Patrick Schmidt

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